Machtspiele: Steigen Sie nicht darauf ein

Machtspiele: Steigen Sie nicht darauf ein

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Vielleicht haben Sie ja die Erfahrung auch schon gemacht: Da wollten Sie nur etwas mit einer Kollegin oder einem Kollegen klären und schon finden Sie sich in einem heftigen Streitgespräch wieder, das zu eskalieren droht. Wie Sie diese Machtspiele umgehen können, habe ich für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

    Machtspiele am Arbeitsplatz basieren auf der sogenannten machtorientierten Kommunikation. Regelmäßig gehen bei dieser Form der Kommunikation alle Beteiligten davon aus, dass sie recht haben und dass es nur eine Sichtweise der Dinge gibt: nämlich die eigene.

    Wahrnehmung ist stets subjektiv

    Angestrengt versuchen dann die Beteiligten, einander von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen, und verlieren dabei völlig aus dem Blick, dass jede Wahrnehmung hochgradig subjektiv ist und wir alle durch eine bestimmte Brille auf Ereignisse schauen.

    Da wird gestritten, argumentiert und mit aller Kraft und Macht versucht, das Gegenüber zu überzeugen. Und irgendwann geht es nicht mehr um die Sache, sondern nur noch darum, wer gewinnt. In der Regel kommt nichts Gutes dabei heraus, wenn eine Person ihren Standpunkt gänzlich aufgeben muss.

    Ein*e Verlierer*in wird stets nach einer Möglichkeit suchen, sich dann ein anderes Mal durchzusetzen und so seine*ihre Position wiederherzustellen. Denken Sie daran und geben Sie Ihrem Gegenüber immer die Chance, das Gesicht zu wahren.

    Meine Empfehlung
    Besser Win-win-Lösungen suchen
    Win-win-Lösungen sind besser als Win-loose-Situationen, verliert hierbei doch niemand das Gesicht. Und hierzu sollten Sie Ihrem Gegenüber stets die Chance lassen.

    Lassen Sie sich nicht in ein machtorientiertes Gespräch hineinziehen

    Sicherlich müssen Sie sich als Gleichstellungsbeauftragte im Amt immer mal wieder auf ganzer Linie durchsetzen. Aber auf das Wie kommt es an.

    Übersicht: Daran erkennen Sie eine machtorientierte Kommunikation

    • Ignorieren des Redebeitrags, der nicht in die eigene Argumentation passt
    • dem Gegenüber über den „Mund fahren“ oder es nicht ausreden lassen
    • Druck aufbauen, Druckmittel einsetzen
    • das Gegenüber manipulieren

    So verschaffen Sie sich Gehör

    Das kennen Sie sicher auch: In einer Besprechung setzen Sie zum 3. Mal an, um etwas zu sagen – und prompt ist wieder jemand schneller und Sie kommen nicht zum Zug. Was Sie hier tun können, habe ich Ihnen im Folgenden zusammengestellt.

    Bestehen Sie darauf, zu Wort zu kommen!

    Häufig ist in so einer Situation ja das Problem, dass niemand die Diskussion moderiert. Bestehen Sie darauf, dass eine*r der Anwesenden die Diskussionsführung übernimmt und das Wort erteilt, je nach Wortmeldung. Und sorgen Sie dafür, dass die Reihenfolge auch tatsächlich eingehalten wird.

    Unterbrecher*innen stoppen

    Oft reicht das aber noch nicht, es gibt immer wieder Kolleg*innen, die einem einfach ins Wort fallen. Gerade in sehr engagierten Diskussionen passiert dies oft unbeabsichtigt. Bestehen Sie darauf, ausreden zu dürfen, und weisen Sie zunächst freundlich, aber dann doch energisch darauf hin, dass Sie das Wort haben.

    Formulieren Sie selbstsicher und überzeugend

    Beginnen Sie Ihre Statements keineswegs damit, sich zu entschuldigen, wie: „Entschuldigen Sie bitte, dass ich noch einmal auf Ihr Argument zurückkomme, aber …“ Besser einfach nur an das vorgebrachte Argument Ihres Gegenübers anknüpfen und Ihren weiteren Beitrag hierzu formulieren. Mit einer Entschuldigung zu beginnen nimmt Ihrem Beitrag unnötig das Gewicht – Sie sollten Ihre Position hier nicht selbst schwächen.

    Sprechen Sie mit tiefer Stimme

    Manche Expert*innen empfehlen Frauen, mit möglichst tiefer Stimme zu sprechen. Ich ärgere mich immer über so einen Rat, ist mir dies doch zu viel Angleichung an das männliche Geschlecht. Letztlich ist das aber eine Geschmackssache. Wichtig ist es sicherlich, gut auf die eigene Stimmlage zu achten und keineswegs mit zu hoher Stimme zu sprechen und dadurch vielleicht „piepsig“ zu wirken.

    Meine Empfehlung
    Trainieren Sie Ihre „Stimmgewalt“
    Wenn Sie für sich feststellen, dass Ihnen manchmal nicht genügend „Gehör“ geschenkt wird, trainieren Sie Ihr Sprachverhalten bzw. Ihre Stimme.

    FAQ-Bereich

    Für wen ist „Gleichstellung im Blick“?

    „Gleichstellung im Blick“ richtet sich speziell an Frauen-, Gleichstellungs- und Chancengleichheitsbeauftragte im öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft in ganz Deutschland.

    Kann ich „Gleichstellung im Blick“ probelesen?

    Ja. Wir bieten allen interessierten Frauen-, Gleichstellungs- und Chancengleichheitsbeauftragten die Möglichkeit eine Ausgabe 14 Tage lang kostenfrei zu lesen. Sie entscheiden erst dann, ob Sie einen kostenpflichtigen Bezug möchten oder nicht.

    Was bietet mir „Gleichstellung im Blick“?

    „Gleichstellung im Blick“ bietet allen Frauen-, Gleichstellungs- und Chancengleichheitsbeauftragten relevante, aktuelle und rechtssichere Informationen zur Herstellung von Chancengleichheit in der Arbeitswelt. Neben der gedruckten Ausgabe haben Leser*innen die Möglichkeit eine telefonische Sprechstunde für individuelle Fragen in Anspruch zu nehmen. Ebenso laden wir mindestens 1mal pro Jahr zu einem Netzwerktreffen zum Austauschen und Netzwerken ein. Ein Zugang zu einem Onlinebereich, in dem Sie Muster-Initiativanträge, Checklisten, Übersichten und Muster-Schreiben herunterladen können, rundet das Angebot ab.

    Wie gehen Sie mit einer solchen Streitsituation um?

    – lassen Sie sich nicht in ein machtorientiertes Gespräch verwickeln 
    – lassen Sie Diskussionen von einem Anwesenden moderieren, welcher das Wort in einer fairen Reihenfolge erteilt
    – formulieren Sie selbstsicher und überzeugend 
    – achten Sie auf Ihre Stimme, eher mit tieferer Stimme sprechen als mit zu hoher   

    Welcher Aspekt wird bei Streitgesprächen meist außer Acht gelassen?

    Angestrengt versuchen die Beteiligten, einander von ihrer Sicht der Dinge zu überzeugen, und verlieren dabei völlig aus dem Blick, dass jede Wahrnehmung hochgradig subjektiv ist und wir alle durch eine bestimmte Brille auf Ereignisse schauen. Irgendwann geht es dann nicht mehr um die Sache, sondern nur noch darum, wer gewinnt.